01Lohnt sich ein Besuch auf Mljet? Das Fazit
Mljet ist lohnenswert für Reisende, die ruhige Outdoor-Aktivitäten, dichte Wälder und warme Salzwasserseen suchen. Weniger geeignet ist die Insel für alle, die ein lebhaftes Nachtleben, günstige Restaurants oder breite Sandstrände direkt vor der Hoteltür erwarten.
Die Vorteile von Mljet
Der Nationalpark Mljet umfasst das westliche Drittel der Insel und erstreckt sich über 54 Quadratkilometer. Die Hauptattraktion sind die beiden Salzwasserseen Veliko Jezero (Großer See) und Malo Jezero (Kleiner See). Da die Seen durch einen schmalen Kanal mit dem Meer verbunden sind, ist das Wasser 2 bis 3 Grad wärmer als die offene Adria. Das macht das Schwimmen von Mai bis Oktober hervorragend möglich. Der umgebende Aleppo-Kiefernwald spendet entlang des 11 Kilometer langen, asphaltierten Weges um die Seen durchgehend Schatten, was den Weg im Sommer ideal zum Radfahren macht.
Rund um die unmittelbaren Seewege sind keine Autos erlaubt. Diese Regelung schafft eine ruhige Umgebung, die sich hervorragend zum Wandern eignet. Der Aufstieg zum Aussichtspunkt Montokuc dauert vom Seeufer aus 45 Minuten und bietet einen klaren Blick über die Insel und die Adria.
Die Schattenseiten und der Andrang
Die Abgeschiedenheit hat ihren Preis, sowohl logistisch als auch finanziell. Von Dubrovnik aus ist Mljet mit der Fähre 75 bis 105 Minuten entfernt. Da die meisten Besucher dieselben täglichen Fährverbindungen nutzen, ist der Park zwischen 10:00 und 15:00 Uhr stark überlaufen. In dieser Zeit wird der Weg zwischen Pomena und Malo Jezero von Tagesausflüglern regelrecht belagert. Die kleinen Solarboote, die Besucher zur St.-Marien-Insel (Sveta Marija) bringen, fahren nach einem strikten Fahrplan. Im Juli und August müssen Besucher daher bei sengender Mittagshitze lange warten.
Während Reiseprospekte den Hafen von Pomena als charmantes kulinarisches Ziel anpreisen, leben die meisten Restaurants am Wasser vom Durchgangsverkehr der Jachten. Sie servieren enttäuschenden, überteuerten Fisch statt echter kulinarischer Highlights. Die Insel verfügt zudem nicht über die landwirtschaftliche Infrastruktur von Korčula oder der Halbinsel Pelješac. Die meisten Lebensmittel werden deshalb vom Festland importiert, was die Preise im Vergleich zu vergleichbaren Mahlzeiten in Split um 20 % bis 30 % in die Höhe treibt.
02Kosten und Öffnungszeiten des Nationalparks
Für den Besuch des Nationalparks ist ein Eintrittsticket erforderlich. In der Hochsaison (Juni bis September) kostet der Eintritt für Erwachsene 25 €, in der Nebensaison 15 €. Der Preis umfasst die Parkanlagen im Inneren der Insel, die Wanderwege, das Parken in Vrbovica sowie eine einfache Rückfahrt mit dem Solarboot zur St.-Marien-Insel. Wenn Sie das Boot ein zweites Mal nutzen möchten, fällt eine zusätzliche Gebühr von 5 € an.
Schüler und Jugendliche (7 bis 18 Jahre) erhalten ermäßigte Tarife. Kinder unter 7 Jahren haben freien Eintritt. Besucher, die nach 16:00 Uhr ankommen, erhalten 25 % Rabatt auf den Tagespreis. Das soll einen Anreiz schaffen, lieber über Nacht zu bleiben, statt nur einen Tagesausflug zu unternehmen.
Die Öffnungszeiten des Parks variieren je nach Monat:
- 1. April bis 15. Mai: 9:00 bis 17:00 Uhr
- 1. Juni bis 30. September: 7:30 bis 20:00 Uhr
- Oktober: 9:00 bis 17:00 Uhr
- November bis Februar: Für allgemeine Touristenangebote geschlossen.
03Das historische Zentrum: die St.-Marien-Insel
Die St.-Marien-Insel (Sveta Marija) liegt im Zentrum des Veliko Jezero. Dort steht ein Benediktinerkloster aus dem 12. Jahrhundert mit der Kirche Sankt Maria. Die Insel misst lediglich 120 mal 200 Meter. Jahrhundertelang herrschten die Mönche allein über die Insel und sorgten für Landwirtschaft und Fischerei. Heute beherbergt das Klostergebäude ein kleines Café.
Die winzige Insel lässt sich in 15 Minuten umrunden. Das Wasser rund um die Insel ist außergewöhnlich klar und bietet beste Bedingungen zum Schnorcheln. Der Zugang zur Insel wird streng vom Nationalparkamt kontrolliert. Das Eintrittsticket von 25 € beinhaltet eine Rückfahrt mit dem offiziellen Solarboot. Diese Boote legen je nach Saison alle 30 bis 60 Minuten an den Anlegestellen Mali Most und Pristanište ab. Im Juli und August kann die Wartezeit für das Boot bis zu 45 Minuten betragen.
04Fähren: die Anreise von Dubrovnik nach Mljet
Für die Fahrt nach Mljet stehen ein Passagierkatamaran oder eine Autofähre zur Wahl. Wer kein Fahrzeug dabeihat, nimmt am besten einen der schnellen Katamarane nach Pomena oder Polače.
Krilo Shipping Company (Katamaran)
Krilo betreibt die wichtigste Passagierverbindung von Dubrovnik nach Pomena. Das Ticket kostet 25 € pro Person und Strecke. Die Hinfahrt startet um 10:30 Uhr in Dubrovnik und erreicht Pomena um 11:45 Uhr. Die Rückfahrt verlässt Pomena um 16:30 Uhr und kommt um 17:45 Uhr in Dubrovnik an. Diese 75-minütige Verbindung verkehrt täglich vom 12. Mai bis 15. Oktober.
TP Line und Jadrolinija
TP Line bietet ähnliche Schnellfährverbindungen an, die Dubrovnik, Šipan und Mljet verbinden (mit Zwischenstopp in Polače oder Sobra). Die Preise liegen bei etwa 21 € bis 25 €. Die erste Abfahrt ab Dubrovnik erfolgt etwa um 9:15 Uhr.
Autofähre (Sobra)
Wer ein Auto least, muss die Autofähre von Jadrolinija von Prapratno auf der Halbinsel Pelješac in den Hafen von Sobra auf Mljet nehmen. Die Überfahrt dauert 45 Minuten und kostet ungefähr 5.40 € pro Passagier sowie 20 € bis 30 € für ein Standardfahrzeug. Sobra liegt in der Inselmitte, etwa 30 Autominuten (25 Kilometer) vom Eingang des Nationalparks in Pomena entfernt.
05Unterwegs auf der Insel: Fahrräder und E-Bikes
Auf den Hauptwegen rund um Veliko und Malo Jezero sind Kraftfahrzeuge verboten. Eine komplette Umrundung zu Fuß dauert etwa drei Stunden. Das Fahrrad ist daher das gängigste Fortbewegungsmittel.
In Pomena, Polače und in der Nähe der Mali Most (Kleine Brücke), die die beiden Seen verbindet, gibt es mehrere Verleihstationen. Ein Standard-Mountainbike kostet für 6 Stunden etwa 15 €. E-Bikes gibt es für 30 € bis 40 € pro Tag. Aloha Rent-a-Bike in Polače bietet Standardräder, E-Bikes und Kajaks an. Das Gelände rund um die Seen ist größtenteils flach, doch wer Polače verlässt, muss zunächst einen mäßig steilen Hügel erklimmen, bevor es zu den Seen hinabgeht. E-Bikes nehmen einem die Anstrengung dieses ersten Anstiegs ab.
Kajaks können an der Mali Most für 15 € bis 20 € pro Stunde gemietet werden. Die Paddelfahrt zur St.-Marien-Insel dauert 20 bis 30 Minuten und ermöglicht es, die Fahrpläne der offiziellen Solarboote des Nationalparks zu umgehen.
06Unterkunft: Wo Sie auf Mljet übernachten können
Auf Mljet gibt es nur wenige große Hotels. Der Großteil der Unterkünfte besteht aus Privatwohnungen und Pensionen.
Pomena
Pomena ist der bequemste Ausgangspunkt für einen Besuch des Nationalparks. Der Ort liegt am westlichen Ende der Insel, 15 Gehminuten von Malo Jezero entfernt. Das Hotel Odisej ist das einzige größere Hotel der Gegend. Es bietet eine 3-Sterne-Unterkunft für 120 € bis 200 € pro Nacht. Die Anlage ist praktisch gelegen, wirkt jedoch etwas in die Jahre gekommen. Privatunterkünfte in Pomena kosten meist zwischen 80 € und 150 € pro Nacht.
Polače
Polače liegt in einer tiefen Bucht, umgeben von den Ruinen eines römischen Palastes aus dem 5. Jahrhundert. Zu den Seen sind es 40 Minuten zu Fuß oder 15 Minuten mit dem Fahrrad. Die Unterkünfte hier sind etwas günstiger als in Pomena, und die Bucht bietet ruhigeres Wasser zum Anlegen.
Saplunara
Saplunara liegt an der äußersten Südostspitze der Insel, etwa 40 Kilometer vom Nationalpark entfernt. Die Gegend ist für ihre Sandstrände bekannt, was in Kroatien eine Seltenheit ist. Wer hier übernachtet, benötigt für den Weg zum Nationalpark einen Mietwagen, denn die öffentlichen Busverbindungen auf der Insel sind selten und unzuverlässig. Wohnungen in Saplunara kosten im Durchschnitt 90 € bis 140 € pro Nacht.
07Gastronomie: Was Sie erwartet
Die gastronomische Auswahl auf Mljet ist begrenzt. Lebensmittel müssen per Fähre angeliefert werden, was die Vielfalt einschränkt.
In Pomena sind die Konobas Herc und Ribar beliebte Adressen, die direkt am Wasser liegen. Eine Mahlzeit mit gegrilltem frischem Fisch, lokalem Olivenöl und einer Beilage Blitva (Mangold mit Kartoffeln) kostet zwischen 30 € und 50 € pro Person. Peka-Gerichte, bei denen Fleisch oder Oktopus unter einer glockenförmigen eisernen Haube geschmort werden, müssen mindestens 24 Stunden im Voraus bestellt werden.
Das Mali Raj liegt innerhalb der Grenzen des Nationalparks in der Nähe der Mali Most. Es bietet übliche mediterrane Küche mit direktem Blick auf den See. Während der Mittagszeit von 13:00 bis 14:30 Uhr können die Wartezeiten mehr als 45 Minuten betragen, da Tagesausflügler die Gegend überschwemmen.
Wer Kosten sparen möchte, sollte in den kleinen Supermärkten Studenac in Pomena und Polače Wasser, Brot und einfache Picknickzutaten kaufen, bevor er die Parkgrenzen betritt.
08Jenseits des Parks: Odysseushöhle und Dörfer im Inselinneren
Im Inneren von Mljet liegen kleine, ältere Siedlungen wie Goveđari und Babino Polje. Babino Polje ist das Verwaltungszentrum der Insel und das längste Dorf. Es erstreckt sich über drei Kilometer am Fuß des höchsten Gipfels der Insel, des Veliki Grad. Die Insel hat insgesamt rund 1.000 ständige Einwohner. Die Landwirtschaft beschränkt sich vor allem auf kleine Familienweinberge und Olivenhaine. Hausgemachtes Olivenöl direkt bei einer einheimischen Familie in Babino Polje oder Blato zu kaufen, kostet etwa 15 € pro Liter.
An der Südküste in der Nähe von Babino Polje liegt die Odysseushöhle. Diese große Kalksteinhöhle ist über einen steilen, unmarkierten 30-minütigen Wanderweg von der Hauptstraße aus erreichbar. Einer alten Legende nach strandete der antike griechische Held Odysseus in der Nähe von Mljet und blieb sieben Jahre lang in dieser Höhle gefangen. Besucher müssen über eine felsige Klippe zum Wasserspiegel hinabklettern und dann 20 Meter durch einen engen Meerestunnel schwimmen, um in die Höhle zu gelangen. Das Sonnenlicht, das durch die unterwasserliegende Öffnung dringt, erzeugt zwischen 12:00 und 14:00 Uhr ein helles blaues Leuchten. Der Zugang ist kostenlos, doch es gibt weder Rettungsschwimmer noch offizielle Einrichtungen. Der Rückweg den Hang hinauf dauert in der direkten Sonne 45 Minuten und erfordert ausreichend Wasser sowie festes Schuhwerk.
09Packliste und Vorbereitung
Aufgrund der Geografie der Insel benötigen Besucher von Mljet bestimmte Ausrüstung.
- Schuhwerk: Wasserschuhe werden dringend empfohlen. Die Einstiege in die Salzwasserseen sind scharfkantig und in den tieferen Abschnitten gibt es Seeigel. Für den Montokuc-Weg sind festes Wanderschuhwerk Pflicht, denn Flip-Flops sind auf dem losen Schotter gefährlich.
- Flüssigkeit: Im Park gibt es nur sehr wenige Trinkwasserbrunnen. Besucher sollten mindestens 1.5 Liter Wasser pro Person mitnehmen.
- Konnektivität: Der Mobilfunkempfang ist in Pomena und Polače gut, bricht jedoch auf der fernen Seite des Veliko Jezero und entlang des Montokuc-Weges komplett ab. Laden Sie Offline-Karten herunter, bevor Sie anreisen.
- Zahlungsmittel: Kreditkarten werden an der Kasse des Nationalparks und in größeren Restaurants akzeptiert. Kleine Bäckereien und Gastgeber von Privatunterkünften verlangen jedoch oft Bargeld in Euro. Geldautomaten gibt es in Pomena, Polače und Sobra. Diese sind an Wochenenden in der Hochsaison jedoch häufig leer.
10Abschließende Empfehlung: Wie viele Tage?
Ein Tagesausflug von Dubrovnik nach Mljet bietet nur drei bis vier Stunden tatsächliche Zeit im Park. Rechnet man drei Stunden reine Fahrzeit mit der Fähre und 50 € an kombinierten Ticket- und Transportkosten pro Person ein, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis für ein gehetztes Erlebnis schlecht.
Optimal sind zwei Übernachtungen. Wer mit der Morgenfähre anreist, kann am Nachmittag schwimmen, wenn die Tagesausflügler mit dem Boot um 16:30 Uhr abgereist sind. Ein voller zweiter Tag bietet Zeit, Fahrräder zu mieten, mit dem Kajak zur St.-Marien-Insel zu paddeln und früh am Morgen zu den Aussichtspunkten zu wandern, wenn die Temperaturen noch angenehm sind. Dieses Tempo passt zum wichtigsten Gut der Insel: der ungestörten Stille.


